25. November 2017

Über Uns

Die Geschichte rund um den fast 600 Jahre alten Gasthof zum Schiffmeister

Donaufischerei

Seit Dampfschiffe auf der Donau fahren, hat der Fischreichtum des Stromes bedeutend nachgelassen, immer seltener werden große Fische gefangen. In früheren Jahrhunderten war der Fischfang in unserer Gegend jedoch sehr bedeutend. Die Fischer hatten sich zu einer eigenen Fischerzunft zusammengeschlossen. Daran erinnert heute noch das Wappen der Stadt Pöchlarn, das St. Petrus, den Schutzheiligen der Fischer, in einem Kahne stehend, zeigt. Bei Gottsdorf wurde 1899 ein Wels mit 70 Kilogramm und 2 Meter Länge gefangen. 1857 in Pöchlarn ein 70 Kilogramm schwerer Hausen von 2,5 Meter Länge. In Klein-Pöchlarn 1918 ein Huchen mit 23 Kilogramm und in Krummnußbaum 1929 ein 20 Kilogramm schwerer Huchen von 1,5 Meter Länge.

Revolutionsjahr 1848  

In größeren an der Donau gelegenen Orten hielten wohlhabende Bürger eine größere Anzahl von Knechten und Pferden, die sie für den Schiffzug vermieteten. Viele von diesen “Schiffmeistern” – so nannte man sie – gelangten zu großem Ansehen und Reichtum. In Marbach gab es schon 1766 vier solche Schiffmeister. Der größte Schiffmeister von Niederösterreich, Mathias Feldmüller aus Persenbeug, beschäftigte in seiner besten Zeit ca. 1000 Knechte und hatte ebensoviele Pferde.

1848: Diese Zeit brachte für ganz Österreich und damit auch für Marbach eine politische Neuregelung. Verwaltung, Gerichtsbarkeit und Steuerwesen standen seit Wiederherstellung der Ostmark den Herrschaften zu. Jede Herrschaft bildete einen Bezirk für sich und da ihr Umfang durch Kauf oder Erbschaft verändern werden konnte, enstanden große Ungleichheiten.

Eine vollständige Umgestaltung dieser Verhältnisse brachte das Jahr 1848, in welchem die Regierung selbst Verwaltung, Gerichtsbarkeit und Steuerwesen in die Hand nahm und nach einheitlichen Grundsätzen ordnete. Nach der bereits 1781 aufgehobenen, unwürdigen Leibeigenschaft, wurde am 7. September 1848 das Untertanenverhältnis gänzlich aufgehoben, Zehent und Robot abgeschafft, die ersten Bürgermeister gewählt und am 17. März 1849 die Selbstverwaltung der Gemeinden ausgesprochen. 1850 erfolgte die Errichtung der k.k. Bezirkshauptmannschaften und k.k. Bezirkgsgerichte.

In unserem Gebiet richtete man Bezirksgerichte mit Gendarmerieposten in Pöggstall und Marbach ein, beide zur Bezirkshauptmannschaft Krems gehörig. Eine neue Gebietseinteilung erfolgte anfangs 1855, als man die Bezirksgerichte durch Bezirksämter ersetzte und ihnen auch die Verwaltung übertrug. An Stelle des Bezirksgerichtes Marbach wurde das Bezirksamt Persenbeug mit 26 Ortsgemeinden und 11.374 Einwohnern errichtet. Im Jahre 1868 wurden die Bezirkshauptmannschaften abermals geänder und der Gerichtsbezirk Persenbeug kam zur Bezirkshauptmannschaft Amstetten. 1899 kam Persenbeug zur neu errichteten Bezirkshauptmannschaft Pöggstall und 1938 zur Bezirkshauptmannschaft Melk. 1860 ließ der Markt die fliegende Brücke bauen.

Damals trug der Gasthof Schiffmeister den Namen “Forstner’s Gasthaus zur fliegenden Brücke”. Der dienende Schiffknecht Johann Georg Forstner kaufte 1833 das Schiffmeisterhaus in Krummnußbaum. Alte, im Haus aufbewahrte Papiere erzählen, dass das Schiffmeistergewerbe zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia dem Donaugasthof als Konzession zugesprochen wurde, sodass dieses Gewerbe mit dem Haus käuflich war. Forstner übte nun selbstständig als letzter Schiffmeister dieses Gewerbe aus.

Fliegende Brücke und Rollfähre  

Nicht immer war die Überquerung des Stromes so mühelos. Der vielbenutzte Böheimsteig, der von Marbach in das Waldviertel führte, war wohl die Ursache dafür, dass Marbach schon frühzeitig ein “Urfahr” hatte, dass Wanderer mit einer Zille und Fuhrwerke mit einer Plätte über den Strom brachte. Alte Schriften geben Kunde davon, dass diese Überfuhr schon im Jahre 1319 bestand. Der Verkehr wurde aber stets lebhafter, sodass schließlich das Urfahr der alten Zeit nicht mehr ausreichte. Darum ließ die Gemeinde Marbach zwei Jahre nach dem Bau der Westbahn im Jahre 1860 nach Übereinkommen mit der Herrschaft Krummnußbaum, eine sogenannte “fliegende Brücke” bauen. Sie wurde am 1. Juli von Bischof Ignaz Feigerie feierlich eingeweiht. Pöchlarn bekam erst 1893 eine fliegende Brücke.

Die fliegende Brücke war so ähnlich wie die Rollfähre, nur wurde das Halteseil der Brücke nicht von einem Überspannungsseil festgehalten, sondern von etlichen schweren Ankern, die in der Mitte des Stromes verankert waren. Das Seil wurde durch etliche Furkelzillen über Wasser gehalten, welche die Bewegung des Seils mitmachten. Durch Schrägstellen des Steuers gegen die Strömung wurde die Brücke, genauso wie die Rollfähre, zwischen den beiden Ufern hin und herbewegt. Kam ein Schiff, so musste das Fahrzeug stets auf Krummnußbaumer Seite sein, weil sich die Fahrtrinne für die Schiffe nahe dem Marbacher Ufer befand.

1903 wurde die fliegende Brücke auf eine Rollfähre umgebaut, an beiden Ufern wurden hohe Gittermaste errichtet, welche das Führungsseil festhielten.

In den 80er Jahren erbte Herr Manfred Schachinger das Gasthaus von Frau Schachinger Leopoldine, zwischen 1996 und 2000 war kurzzeitig Herr Dietrich Rainer der Mieter und seit dem Jahre 2002 ist Frau Dan Anna die Geschäftsführerin und Inhaberin.

Quelle: Gemeinde Krummnußbaum